Halt’s Maul, Paul!

Gestern bin ich mal wieder Tante geworden.
Aber fangen wir den Tag mal morgens an, als ich fast einen Herzinfarkt erlitt, weil ich aufwachte und feststellte, dass meine Mutter mit meinem Vater telefonierte. Sie berichtete ihm, meine große Schwester hätte angerufen, sie wäre nun im Krankenhas. Mein erster Gedanke war – woran man einen Pessimisten sofort erkennt – dass wir jetzt alle sterben müssten. Oder zumindest meine Schwester. Und ihr Kind (das ist, nur so nebenbei bereits das zweite). Jedenfalls fiel ich halb aus dem Bett stürmte knapp an meinem Holzschrank vorbei – der tut verdammt weh, wenn man gegen ihn läuft und er steht sehr dicht bei der Tür – und fiel meiner Mutter beinahe vor die Füße, als ich in der Küche ankam, wo sie gerade Kaffee kochte. Ein Blick auf die Uhr teilte mir dann mit, dass ich noch eine Stunde schlafen konnte, bevor ich mich auf den Weg in die Hirnschmalzverbrennungsfabrik (=Schule) machen musste.
Von der werten Frau, die mich freundlicherweise aus ihrem Uterus gepresst hatte hörte ich dann, dass meiner Schwester lediglich die Fruchtblase geplatzt war und es noch etwas dauern konnte, bis die Wehen einsetzten und das Balg dann schlussendlich doch noch auf die Welt kam.
Nach vier unbeschreiblich langweiligen Schulstunden fuhr ich wieder nach Hause, die Katze begrüßte mich mit einem kläglichen Miauen, das sie eine lange Zeit beibehielt, bis ich ihr die Terassentür geöffnet hatte und rief meinen Bruder an, dem ich die … erfreuliche? Nachricht dann auch gleich überbrachte.
Abends rief dann mein Vater an, der mit sagte, dass Paul Friedrich (oh GOTT, das arme Kind) nun auf der Welt war. Nach zwei Stunden Wehen. Bei meiner Nichte hatte es länger gedauert. Wie auch immer. Er erklärte sich dazu bereit, meinen Bruder zu unterichten, was ich sont getan hätte. Jedenfalls hatte vorher mein Bruder noch einmal mich angerufen und gefragt, ob ich die Kontodaten meines Vaters aus dem Kopf könne.

Ungefähr … nein? Versuch’s doch mal mit 3,141592…
Wozu er Zugriff auf das Konto haben wollte hat er mir natürlich nicht gesagt. Gegen elf stellte ich dann fest, dass wir kein Wasser mehr im Haus hatten und verfluchte den Gott, der dafür zuständig war, dass die Läden in meinem Fischdorf bereits um acht Uhr zumachten. Dann quälte ich mich ins Bett, nur um kurz darauf von einer lauthals schreienden Katze DIREKT NEBEN MEINEM BETT geweckt zu werden.
Und das alle halbe Stunde.
Nun denn, ich bin bis Sonntag ganz alleine zu Hause und wann meine Mutter wiederkommt weiß nicht einmal die allwissende Müllhalde.

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2 Antworten to “Halt’s Maul, Paul!”

  1. Klingt ja nach einem erfolgreichen Tag…

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