»Wintermädchen« – Laurie Halse Anderson

Posted in Bücher on 5. Juni 2011 by PanzerHerz

Ich rolle mich mit dem Gesicht zur Wand. Glasscherben
rasen auf mein Herz zu, weil Cassie tot wie Stein ist.
Sie starb im Gateway Motel, und ich bin schuld. Nicht
die Modezeitschriften im Umkleideraum oder die hormon-
geschädigten Jungs auf dem Pausenhof. Nicht die Erfinder
von Kleidergröße 0 und 00. Nicht mal ihre Eltern.

Ich bin nicht ans Telefon gegangen.

Ein Buch über Anorexie, Einsamkeit und Selbstverletzung. Lebensmüde, verloren und hilflos.
Dieses Buch beschreibt unfassbar lebhaft, wie sich die Protagonistin mit ihren Problemen fühlt, ohne dass irgendwelche medizinischen Fachausdrücke, Diagramme oder Behandlungen im Mittelpunkt stehen und den Lesefluss negativ beeinträchtigen.
Die Wortwahl ist farbenfroh aber gleichzeitig so grau und mit einer Traurigkeit belastet, dass deutlich wird, wie schwer diese Erkrankung ist. Dass sie nichts ist, die wieder vorüber geht.
Erkrankte brauchen Hilfe aber dabei muss Konsequenz vorherrschen. Und sie müssen gesund werden wollen.
Die Essstörung wird nicht schreiend hervorgehoben, ist aber ein wichtiger Zusatz, der auch nicht heruntergeredet oder bei Seite geschoben wird. Generell habe ich das Gefühl, dass taktvoll und intelligent mit der Thematik umgegangen wird, auch wenn die Autorin selbst keine Essstörung hat (soweit ich weiß).
Wie gesagt hat das Buch eine gewisse Traurigkeit, allerdings keine, die einen sonderlich herunter zieht. Man wird nachdenklich aber man hat nach wie vor Interesse daran, das Ende zu erfahren. Es ist ein gutes Buch, muss ich ehrlich sagen.

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»Roter Drache« – Thomas Harris

Posted in Bücher on 3. Juni 2011 by PanzerHerz

Nachfolger von »Hannibal Rising«.

Eine beklemmende Charakterstudie
von unheimlicher Spannung und
erschreckender Abgründigkeit

Ein Killer verbreitet Angst in Florida. Er hat schon
zehn Menschen umgebracht. Und die Mordserie
reißt nicht ab. Der Täter, ein von seinen Obsessionen
gequälter, mißgestalteter Mann, identifiziert sich
immer mehr mit dem Roten Drachen nach William
Blakes Gemälde…

Das Buch ist absolut genial, ich muss ehrlich sagen: ich liebe es.
Die Zerissenheit Dolarhydes, wie seine psychische Krankheit zu Stande kam und wie er damit umgeht wird Detailgetreu und nachvollziehbar dargestellt. Die Konzentration scheint aber auf dem Antagonisten zu lasten, als auf dem Protagonisten Will Graham. Fraglich ist allerdings, wen Harris als Pro- oder Antagonisten gesehen hat.
Zu Beginn wird aus der Sicht Grahams geschrieben, erst im Laufe des Buches konzentriert sich die Handlung mehr und mehr auf Dolarhyde, wobei dieser mehr menschliche Regungen zu besitzen scheint als Graham.
Hannibal Lecter spielt kaum eine Rolle und taucht nur gelegentlich auf.
Das Ende ist etwas anders als im Film, was mich persönlich allerdings nicht weiter gestört hat.

Nachfolger ist »Das Schweigen der Lämmer«.

»Dracula« – Bram Stoker

Posted in Bücher on 31. Mai 2011 by PanzerHerz

Als Jonathan Harker nach Transsylvanien
reist, um dem Grafen Dracula ein
Anwesen in London zu verkaufen, kann
er nicht ahnen, dass er in die Fänge eines
blutsaugenden Untoten gerät…

Der berühmteste Vampir der Welt bietet eine wunderbare Abwechslung zu den Glitzerfeen, die momentan die Bücherläden und Kinoleinwände unsicher machen und irrtümlicherweise als Vampire bezeichnet werden.
Echte Vampire glitzern nicht in der Sonne, sie holen sich Verbrennungen und sterben.
Ich will jetzt wirklich niemanden angreifen, die die Romane einer gewissen Mormonin so schätzen aber meiner Meinung nach ist die Darstellung lächerlich, die Protagonistin hat so viel Charakter wie ein Legostein und das Lob ist verschwendet.
Aber wie auch immer.
Das Buch ist alt und spielt was weiß ich wann – es ist ewig her, das sich es gelesen habe und ich hab es erst kürzlich wieder gefunden – demnach ist der Ausdruck auch altertümlich, allerdings nicht so schleppend wie erwartet. Dafür ist es ein verdammt dicker Schinken und gibt einem somit gut was zu tun, es sei denn man kann verdammt schnell lesen.
Jedenfalls kann ich jedem nur raten sich einmal den Urvater der nächtlichen Kreaturen anzusehen, enttäuscht wird man sicherlich nicht.

»Interview mit einem Vampir« – Anne Rice

Posted in Bücher on 31. Mai 2011 by PanzerHerz

Er ist so schön wie ein Engel und so unverletzbar wie ein Gott:
Lestat de Lioncourt, der ewige Rebell unter den Vampiren.
Beherrscher der Finsternis udn Verführer von großer erotischer
Kraft. Mit seinem Schützling Louis macht er sich auf die
Reise durch die Nacht – auf der Suche nach anderen Untoten,
nach Gefährten und Abenteurern in der ewigen, dunklen
Unsterblichkeit.

Irgendwie lese ich nur noch Bücher, die verfilmt wurden. Ein Opfer der modernen Medien.
Das Buch ist trotzdem gut, auch wenn der Schreibstil altertümlich und deswegen ziemlich anstrengend ist. Zumindest am Anfang, wenn man sich reingelesen hat geht es.
Das Buch ist nicht sonderlich dick aber dafür ist die Schrift winzig. Man kaut also durchaus eine gewisse Zeit daran herum, auch wenn man es an gewissen Stellen gar nicht aus der Hand legen mag.
Viel zu meckern habe ich auch dieses Mal nicht, die Geschichte ist etwas langatmig, sodass man nicht glauben kann, dass Louis sie in einer einzigen Nacht erzählt haben kann und teilweise fragt man sich nur, wie lange er noch auf der Stellte treten will aber schlussendlich bereut man den Kauf nicht.

»Das Schweigen der Lämmer« – Thomas Harris

Posted in Bücher on 31. Mai 2011 by PanzerHerz

Nachfolger von »Roter Drache«.

Die Faszination des Bösen

Nur ein Mann kann dem FBI noch helfen, den geistes-
gestörten Frauenmörder »Buffalo Bill« zu finden:
Dr. Hannibal Lecter, der wegen einer Reihe von
Verbrechen in der geschlossenen Abteilung einer psy-
chiatrischen Klinik verwahrt wird. Die Junge FBI-
Agentin Clarice Starling soll ihn verhören…

Wieder ein Buch, von dem man – meistens – erst den Film sieht.
Wieder eine gute Verfilmung und eigentlich will ich nicht so viel loben aber an dem Buch hab ich nichts zu meckern.
Es ist ein Klassiker, es ist gut, der Schreibstil ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig aber trotzdem nicht zu verachten und wenn man einmal angefangen hat, will man auch gar nicht mehr aufhören.
Man hat das Bedürfnis, den Film einzuschalten und nebenher mitzulesen um genau zu überprüfen, wie sie die Szene umgesetzt haben. Hier und da fehlt natürlich etwas aber der Rest ist gut gemacht.

Nachfolger ist »Hannibal«.

»Fight Club« – Chuck Palahniuk

Posted in Bücher on 31. Mai 2011 by PanzerHerz

Sie sind jung, sie sind stark – und sie sind gelangweilt:
Normale, berufstätige Männer und Familienväter auf
der Suche nach einem Mittel gegen die Leere in ihrem
Leben.
Sie treffen sich auf Parkplötzen und in Kellern von Bars,
um mit nackten Fäusten gegeneinander zu kämpfen.
Der Anführer dieser »Fight Clubs« ist Tyler Durden,
und er ist besessen von dem Plan, furchtbare Rache
an einer Welt zu nehmen, in der es keine menschliche
Wärme mehr gibt …

Auf das Buch gekommen bin ich – was nicht weiter verwunderlich ist – durch den Film mit Edward Norton und Brad Pitt.
Eigentlich mache ich einen Bogen um Bücher mit einer Verfilmung, vor allem da ich davon ausging, dass das Buch nach dem Film entstanden ist. Dem war aber nicht so, das Buch gibt es schon viel länger.
Einen Moment lang hatte ich befürchtet, dass ich nachdem ich den Roman gelesen hatte von dem Film enttäusch sein würde aber ich wurde wieder eines besseren belehrt. Das Buch hat ein anderes Ende als der Film, wobei ich mich jetzt nicht festlegen will, welches mir besser gefällt, die Erzählungen im Film sind ürbigens original aus dem Buch übernommen und generell ist die Verfilmung sehr gut.
Wer den Film also kennt und mag, wird auch Freude an dem Buch finden.
Der Schreibstil ist angenehm und die Geschichte einfach nur interessant, was wohl daher kommt, dass man diese unterdrückte Wut und die Enttäuschung, die Zwänge und den tiefen Wunsch aus dem Alltag auszubrechen sehr gut nachempfinden kann. Es wird beschrieben, wie das Gleichgewicht vollkommen verloren geht und das Abrutschen in den Kontrollverlust ist wohl das, was mich an dem Buch besonders fasziniert hat.
An alle Lesemuffel: Das Buch ist nicht sehr dick, in ein oder zwei Tagen liest man das problemlos durch.
An alle, die noch fauler sind: Seht euch den Film an.

»Mr. Monster« – Dan Wells

Posted in Bücher on 31. Mai 2011 by PanzerHerz

Eine Fortsetzung des Romans »Ich bin kein Serienkiller«.

Ich bin nicht nur
ein Junge.

Ich bin ein Killer.

Mein Name ist John Cleaver. Ich bin sechzehn Jahre alt.
Ich mag Lesen, Kochen und ein Mädchen
namens Brooke. Ich möchte das Richtige tun.
Ich müchte ein guter Mensch sein.
Doch das ist nur die eine Hälfte von mir.
Mein Name ist Mr. Monster. Ich weise alle Eigenschaften
eines Serienkillers auf. Ich phantasiere über
Feuer, Gewalt und Tod. Ich habe einen Dämon besiegt.
Aber es gibt viele Dämonen da draußen. Zu viele.
Und jeden Tag verspüre ich den Drang, erneut zu töten.

Wie bereits erwähnt, ist es eine Fortsetzung, die einige Wochen oder Monate nach dem ersten Roman spielt. Der Schreibstil ist der gleiche geblieben, was mir ziemlich gut gefallen hat. Auch die Thematik ist die gleiche geblieben und das ohne langweilig zu werden. Der Überraschungseffekt des Übernatürlichen fällt in diesem Falle zwar weg – beim ersten Buch hatte ich gar nicht damit gerechnet – doch das bedeutet nicht, dass dieses Buch keine Überraschungen bereit hält.
Wer den ersten Roman gemocht hat, wird auch an diesem Gefallen finden, denn die Geschichte spinnt sich angenehm nachvollziehbar weiter, die Problematik des Protagonisten wird weiterhin authentisch dargestellt und das Ende macht durchaus Interesse auf mehr.

Nachfolger ist »Ich will dich nicht töten«.